Kirchenraum, Kloster Niederaltaich
Goldener Brunnen am Kloster Niederaltaich

Benediktinerabtei Niederaltaich

Das Kloster Niederaltaich

Die Abtei wurde 741 an einem Donaualtwasser gegründet und im Rahmen der Grundherrschaft unter anderem im Gäuboden mit Bauernhöfen ausgestattet. Es entwickelte sich zum wohlhabendsten Kloster Altbayerns. Nach einem Niedergang im 10. Jahrhundert und der Umwandlung in ein Chorherrenstift setzte Abt Gotthard um 1000 die Benediktregel erneut durch. Zu dieser Zeit setzte das Kloster, nachdem es bereits im Vorderen Bayerischen Wald gerodet hatte, unter dem Mönch Gunther die weitere Besiedlung dieses Mittelgebirges fort. Eine weitere Blüte erlebte Niederaltaich in der Mitte des 13. Jahrhunderts unter Abt Herrmann. Auf Zerstörungen während des Dreißigjährigen Krieges und Großbrände folgte im frühen 18. Jahrhundert unter Abt Joscio Hamberger die Umgestaltung der Klosteranlage einschließlich der Kirche im Barockstil.

Nach der Säkularisation des Jahres 1803 gelangten die Klostergebäude in die Hände verschiedener Eigentümer, unter anderem bedingt durch einen Großbrand im Jahre 1813 wurden Teile der Anlage beseitigt. Erst 1918 erfolgte von Metten aus die Wiederbegründung des Benediktinerklosters, wobei man zunächst über Jahrzehnte hinweg mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hatte. In den 1950er Jahren wurden ein Trakt neu errichtet. Heute widmet man sich in Niederaltaich vor allem der Ökumene, wobei eine Besonderheit in der Pflege des orthodoxen Ritus zu sehen ist. Daher wurde 1955 eine entsprechende Kapelle, 1986 die Sankt-Nikolaus-Kirche eingerichtet. Die meisten Räumlichkeiten des Gymnasiums befinden sich in einem Neubau aus den frühen 1970er Jahren. Außerdem betreibt das Kloster ein Gästehaus und verschiedene Wirtschaftsbetriebe.

Die Kloster- und Pfarrkirche St. Mauritius

Das Aussehen der Kirche aus dem 8. Jahrhundert ist nicht bekannt. Auf ein romanisches Gotteshaus aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts folgte eine frühgotische Hallenkirche. Deren Chor errichtete man nach 1260, das Langhaus um 1300. Um 1500 wurde die Doppelturmfront erbaut.

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts waren die Baumeister Jakob Pawagner und Johann Michael Fischer für die barocke Umgestaltung der Kirche verantwortlich: Die Türme wurden erhöht sowie mit Zwiebelhauben versehen, der Innenraum erfuhr eine Überformung. Der Bandwerkstuck stammt von den Gebrüdern Johann Baptist und Sebastian d‘Allio, Wolfgang Andreas Heindl schuf über 200 Fresken. Diese stellen im Hauptschiff legendäre Ereignisse der Klostergeschichte vom Frühmittelalter bis zur Regierungszeit Joscio Hambergers dar. Aus der Werkstatt des Laienbruders Pirmin Tobiaschu stammen unter anderem die großen Beichtstühle, das Langhausgestühl und das Orgelgehäuse. In die Seitenschiffe ist jeweils eine Kapelle mit einem Altar integriert. Ovale Gewölbeöffnungen ermöglichen den Blick auf die Deckenfresken der Oberkirche. Somit werden das Leben, der Tod und die Verherrlichung eines beziehungsweise einer Heiligen veranschaulicht. Den Muttergottesaltar auf der Südseite ziert eine spätgotische Sandsteinskulptur. Im Chor findet sich der Hochaltar, der dem Kloster- und Kirchenpatron Mauritius geweiht ist, das Deckenfresko zeigt die Aufnahme Mariens in den Himmel. Nach dem Brand des Jahres 1813 wurden die Türme mit Spitzhelmen versehen.

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