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Künzing - Pfarrkirche St. Laurentius

Pfarrkirche in Künzing St. LaurentiusIn der im Jahr 511 abgeschlossenen Lebensbeschreibung des Hl. Severin sind für Künzing die Verhältnisse nach der Mitte des 5. Jahrhunderts geschildert. Dort bestand außerhalb eines spätantiken Kleinkastells, das als Nachfolger eines größeren, gegen Ende des 1. Jahrhunderts gegründeten und nach der Mitte des 3. Jahrhunderts zerstörten Kohortenkastells errichtet worden war, eine Holzkirche. Sie diente der ältesten im heutigen Landkreis Deggendorf bekannten christlichen Gemeinde. Ein archäologischer Nachweis für diese Kirche war bis jetzt nicht zu erbringen, weil sie nach derzeitiger Einschätzung zusammen mit dem Kleinkastell Hochwassern der Donau zum Opfer fiel, doch dürfte der angenommene Standort am Nordrand des heutigen Dorfes hohe Wahrscheinlichkeit besitzen.

Die heutige Pfarrkirche St. Laurentius steht dagegen an einem hochwasserfreien Ort. Abgeleitet von einer archäologisch und namenskundlich feststellbaren Siedlungskontinuität von der Spätantike ins Mittelalter ist davon auszugehen, dass hier vielleicht schon im 6. Jahrhundert eine Nachfolgekirche entstand. Ein archäologischer Nachweis fehlt dafür aber, und ob es je einen geben wird, muss sich erst noch zeigen, denn in der Kirche wurden mehrmals Bodeneingriffe ohne archäologische Begleitung vorgenommen, die zumindest teilweise Zerstörungen an frühen Bauresten zur Folge gehabt haben konnten.

Dass die Künzinger Pfarrkirche aber eine bemerkenswerte hoch- und spätmittelalterliche Baugeschichte aufweist, sieht man dem Bau nicht an. Es handelt sich um eine einschiffige Kirche mit neuzeitlichem Chorraum und verschiedenen, mit einer Ausnahme ebenfalls neuzeitlichen Anbauten. Dazu zählt auch der westlich angesetzte Turm. Untersuchungen im Dachraum, an der Südwand und zuletzt bei der Innenrenovierung von 2007 ergaben aber zweifellos eine ursprünglich dreischiffige romanische Basilika mit Rundpfeilern, die im 15. Jahrhundert von einem Brand heimgesucht wurde. In dessen Folge wurden die Seitenschiffe bis auf einen geringen Rest abgebrochen. Die Existenz einer Basilika ist für einen damals wenig bedeutenden Ort äußerst bemerkenswert und kann nur mit den zu dieser Zeit bestehenden herrschaftlichen Verhältnissen in Verbindung gebracht werden.

Die hier zugängliche Darstellung der hochmittelalterlichen Baugeschichte erschien 2004, die neuen Erkenntnisse von 2007 bedürfen noch der Bearbeitung.

Literatur

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