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Landratsamt Deggendorf - Ansicht Süden
Schloss Egg

Archäologie in der Gemeinde Oberpöring

Außergewöhnliches keltisches Grab in Oberpöring entdeckt

Keltisches GrabDas Oberpöringer Baugebiet „Am Bürggraben“ wird seit neun Jahren von der Kreisarchäologie Deggendorf denkmalpflegerisch betreut und erbrachte immer wieder Funde und Befunde unterschiedlichster Zeitstellung. Die festgestellten Siedlungsschwerpunkte liegen in den vorrömischen Metallzeiten.

Eine der letzten noch unbebauten Parzellen erbrachte den bisher wichtigsten Fund des gesamten Baugebietes, nämlich ein reich ausgestattetes Frauengrab der keltischen Latènezeit, wie es ganz Niederbayern bis jetzt noch nicht entdeckt wurde.

Das etwa Nord-Süd-orientierte weibliche Skelett lag 1,6 m unter heutiger Oberfläche und war deshalb keinen mechanischen Einwirkungen durch die Landwirtschaft ausgesetzt. Die Ausstattung der Verstorbenen umfasste sechs Bronze- und drei Eisenfibeln, Gewandspangen zum Halten der Kleidung. Außerdem je einen Armring aus Bronze, Glas und Sapropelit (unter Luftabschluss und Druck inkohltes Holz) am linken Arm. Darüber hinaus stand ein Tongefäß neben dem Kopf.

Dieses ungewöhnlich reiche Grab einer wahrscheinlich herausragenden Person ist im Fachjargon der mittleren Latènezeit, in diesem Fall etwa der Zeit um die Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. zuzuordnen. Aus dieser Zeit kennen wir nur sehr wenige und in der Regel weit auseinander liegende Bestattungen; Gräberfelder fehlen völlig, lediglich kleine Gräbergruppen wie vor etlichen Jahren in Moos entdeckt, sind nachgewiesen.

Der Neufund von Oberpöring, zu dem noch ein sehr schlecht erhaltenes Kindergrab und ein bereits 1999 in geringem Abstand entdecktes Männergrab zu stellen sind, bereichert das Wissen um die frühe Geschichte des Oberpöringer Raumes. Die Grabfunde konnten fachgerecht dokumentiert und geborgen werden, weil die archäologische Untersuchung in gutem Einvernehmen mit dem Bauherrn vonstatten ging, denn durch die rechtzeitige Meldung des geplanten Humusabtrages konnte sich die Kreisarchäologie auf die zu erwartende Untersuchung einstellen und eine Verzögerung des Bauvorhabens vermeiden. So wurden die Interessen beider Seiten gewahrt.

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