Landratsamt Deggendorf - Ansicht Süden
Isarmündung mit Blick nach Deggendorf
Großer Sitzungssaal im Landratsamt Deggendorf

Aholming

Das Gemeindegebiet von Aholming erstreckt sich über zwei prägende Naturräume, die lössbedeckten Schotterterrassen im Süden und Teile des Isarmündungsgebietes im Norden. Während das Lössgebiet dank seiner guten Böden seit dem 6. Jahrtausend v. Chr. besiedelt war, stellt sich das Auegebiet der Isar prinzipiell siedlungsunfreundlich dar.

Der archäologische Forschungsstand in der Gemeinde Aholming ist derzeit (2004) als bescheiden anzusehen. Fundstellen sind zwar durch eine Reihe von Luftbildern in nicht geringem Umfang bekannt, doch fand erst eine einzige reguläre Grabung durch die Kreisarchäologie Deggendorf im Jahre 1999 statt, die eine kleine Gräbergruppe des frühen Mittelalters (um 700 n. Chr.) in der Isaraue erfasste (Bild 5). Alle anderen datierbaren Fundstellen sind lediglich durch Oberflächenfunde und Beobachtungen bei Bodeneingriffen bekannt.

Bedeutendste Denkmäler sind neben Teilen der Römerstraße Regensburg-Passau in der Isaraue die ehemaligen jungsteinzeitlichen Befestigungen der zweiten Hälfte des 5. Jahrtausends v. Chr. von Tabertshausen (Bild 2) und die heute obertägig nicht mehr sichtbare Befestigung des älteren Mittelalters (9./10. Jahrhundert) von Schwarzwöhr. Eine Besonderheit stellt das ehemalige Schloss in Isarau dar, dessen Hauptgebäude im 19. Jahrhundert abgebrochen wurde und nur noch im Luftbild erkennbar ist, während ein ehemaliges Tor sowie die Wirtschaftsgebäude erhalten blieben (Bilder 6 u. 7). Ein zweites spätmittelalterlich/neuzeitliches Bodendenkmal ist das ehemalige Klösterchen von Weihenstetten südlich des Hauptortes, dessen genaue Lage erst durch Luftbilder bekannt wurde, die die Grundmauern der Kirche sowie anliegender Gebäude erfassten.

Durch glückliche Umstände wurden aus einer Kiesgrube der Isaraue Gewässerfunde der jüngeren Steinzeit sowie der Bronzezeiten bekannt. Die Gegenstände (Beile, Sichel, Nadel) waren absichtlich dem Fluss als Opfer übergeben worden (Bild 1).

Herausragende Einzelfunde sind das spätbronzezeitliche Schwert von Schwarzwöhr (Bild 3) und der keltische Hohlbuckelring von unbekannter Stelle. (Bild 4)

Literatur

Bildergalerie

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