Landratsamt Deggendorf - Ansicht Süden

Optionspflicht

Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit nach dem Geburtsort und Optionspflicht

Ein in Deutschland geborenes Kind, dessen Eltern ausländische Staatsangehörige sind, erwirbt die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ein Elternteil

  1. seit acht Jahren seinen rechtmäßigen und gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat und 
  2. über ein unbefristetes Aufenthaltsrecht verfügt.

Der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit tritt automatisch ein, wenn die genannten Voraussetzungen zum Zeitpunkt der Geburt vorliegen. Der Eintrag erfolgt durch den Standesbeamten, der für die Beurkundung der Geburt zuständig ist. Ein Antrag ist deshalb nicht erforderlich. Die Eltern werden durch ein Schreiben des Standesamtes benachrichtigt.

Diese Kinder und der Personenkreis nach § 40 b Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG), welche die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung erworben haben, können optionspflichtig werden. Das bedeutet, dass sie nach Vollendung des 21. Lebensjahres erklären müssen, ob sie die deutsche oder die ausländische(n) Staatsangehörigkeit(en) behalten wollen. Hierüber werden sie von der Behörde entsprechend unterrichtet.

Nicht mehr optionspflichtig sind:

  • Staatsangehörige der Europäischen Union oder der Schweiz (ohne zusätzliche andere Staatsangehörigkeit)
  • Personen, die im Inland aufgewachsen sind

Im Inland aufgewachsen ist, wer bis zur Vollendung seines 21. Lebensjahres

  • sich mindestens acht Jahre gewöhnlich in Deutschland aufgehalten hat, oder
  • sechs Jahre im Inland eine Schule besucht hat, oder
  • über einen im Inland erworbenen Schulabschluss oder eine im Inland abgeschlossene Berufsausbildung verfügt.

Zusätzlich als im Inland aufgewachsen gilt, wer im Einzelfall einen vergleichbaren engen Bezug zu Deutschland hat, soweit die Optionspflicht für sie/ihn einen Härtefall darstellen würde.

Bis zum 21. Lebensjahr können die Betroffenen selbst,  - insbesondere wenn sie die Voraussetzung des 8-jährigen Aufenthalts im Inland erfüllen – bei der Staatsangehörigkeitsbehörde die Feststellung des Fortbestandes der deutschen Staatsangehörigkeit neben der ausländischen Staatsangehörigkeit beantragen.

Liegen diese Voraussetzungen vor, stellt die Staatsangehörigkeitsbehörde dies durch Bescheid fest.

Entstehende Kosten

keine

Gesetzliche Grundlagen

  • § 29 StAG
  • Verordnung über die Zuständigkeit der Staatsangehörigkeitsbehörden

Rechtsbehelf:

Gegen eine ablehnende Entscheidung der Behörde kann vor dem zuständigen Verwaltungsgericht Klage erhoben werden.

Formulare

Anschrift

Landratsamt Deggendorf
Staatsangehörigkeitsrecht

Herrenstraße 18
94469 Deggendorf
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Telefon: 0991 3100-0
Fax: 0991/3100-41-227

Öffnungszeiten

Montag: 7.30 - 12.30 Uhr
Dienstag: 7.30 - 12.30 Uhr und 13.30 - 16.00 Uhr
Mittwoch: 7.30 - 12.30 Uhr
Donnerstag: 7.30 - 17.00 Uhr
Freitag: 7.30 - 12.00 Uhr

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