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Landkreis stellt sich gegen den Landarztmangel

13.09.2021 Sieben Medizinstudenten arbeiten in den nächsten vier Wochen im Landkreis Deggendorf

V.l.: Projektleiter Dr. Wolfgang Blank, Rainer Unrecht Gesundheitsregionplus, Stv. Landrat Josef Färber, Jürgen Beck AOK-Direktion Bayerwald-Deggendorf & Sabine Steinlechner AOK Bayern

Man könnte fast meinen, Landarztmangel war gestern. Die 37 Studierenden (davon sieben im Landkreis Deggendorf) strahlen am ersten Tag ihres Praktikums (Famulatur) schon eine spürbare Vorfreude für ihre „Arbeit auf dem Land“ aus. Und ihre Erwartungshaltung ist groß. Sie haben sich teilweise schon zwei Jahre im Voraus beim mehrfach ausgezeichneten „Exzellent-Projekt“ der Landarztmacher angemeldet. Informiert haben sie sich auf deren Homepage bei den dort veröffentlichen Tagebucheinträgen der Vorgängerprojekte. Viele wurden auch von früheren Teilnehmern für das Praktikum in unserer Region begeistert.

Die vier Wochen Famulatur in der Gruppe mit gemeinsamen Ausbildungseinheiten und Freizeitaktivitäten gibt es seit 2014 zweimal jährlich. Gestartet ist es im Landkreis Regen, inzwischen beteiligen sich die Landkreise Freyung-Grafenau, Deggendorf und Cham aktiv an dem Programm. „Natürlich wollen wir den angehenden Ärzten zeigen, wie schön und lebenswert unsere Gegend ist“, so Dr. Wolfgang Blank, Initiator des Projektes. „Im Kern versucht das Projekt den Studierenden aber vor allem zu vermitteln, mit wie viel Freude die Ärzte in der Region ihre Patienten versorgen und auf welch hohem fachlichen Niveau die Patientenbetreuung stattfindet“. Tatsächlich berichten die bisherigen Teilnehmer vor allem davon, dass sie nachhaltig beeindruckt sind von der Begeisterung der Ärzte in Klinik und Praxis für ihre Tätigkeit, ihre große Zufriedenheit mit ihrer Arbeit und die hohe Versorgungsqualität in unserer Region.

Rasche Erfolge können von so einem lang angelegten Projekt naturgemäß nicht erwartet werden, dauert alleine das Studium sechs lange Jahre. Dennoch sind von den bisherigen 301 Teilnehmern schon mehr als 100 für Folgeprojekte wieder in die Region zurückgekommen. Auch in den kommenden Wochen reisen neun ehemalige Teilnehmer für eine Woche als ehrenamtliche Tutoren für die Unterrichtseinheiten an. Drei „Ehemalige“ arbeiten mittlerweile als Ärzte in Weiterbildung in den beteiligten Hausarztpraxen – Tendenz steigend. Ein deutlicher Indikator dafür, dass die engagierten Hausarztpraxen und Klinikabteilungen mit diesem Projekt auf dem richtigen Weg sind.

Gelingen kann dies alles nur durch die kontinuierliche Unterstützung der Projektpartnerin AOK Bayern, die u.a. Unterkunft und Mobilität vor Ort für die Teilnehmer sicherstellt.

Auch der Landkreis Deggendorf beteiligt sich sowohl finanziell als auch personell am Projekt: der Geschäftsstellenleiter der GesundheitsregionPlus Rainer Unrecht koordiniert die Betreuung und Vernetzung vor Ort. Die enge und fruchtbare Zusammenarbeit aller Beteiligten mit den Landarztmachern macht die Umsetzung des ungewöhnlich großen Projektes überhaupt erst möglich.

Die insgesamt 37 Studierenden verteilen sich gleichmäßig auf die Landkreise Regen, Cham, Freyung-Grafenau und Deggendorf: davon vier Studierende in Landarztpraxen im Landkreis Deggendorf (Plattling, Hengersberg, Lalling, Schöllnach) und drei Studierende im DONAUISAR-Klinikum Deggendorf und in der Orthopädischen Fachklinik Schwarzach.

Zwei Garanten können für den Erfolg des Programms ausgemacht werden: zum einen die Ärztinnen und Ärzte in den Hausarztpraxen und Klinikabteilungen, die die angehenden Kolleginnen und Kollegen ihre Freude an der ärztlichen Tätigkeit in der Region nachhaltig spüren lassen. Zum anderen die verständnisvollen Patienten, die sich Zeit nehmen, sich von den Studierenden untersuchen zu lassen, auch wenn es deshalb ein wenig länger dauert. Nur so können die angehenden Ärzte nachhaltig lernen. Beides führt dazu, dass nach den vier Wochen für viele der Studierenden die ärztliche Tätigkeit auf dem Land auf einmal eine neue, ernsthafte Option für ihren persönlichen weiteren Lebensweg geworden ist.

Stv. Landrat Josef Färber war selbst vor Ort und kam mit einigen Studierenden ins Gespräch. Diskutiert wurde u.a. über den Bayerischen Wald, den hohen Stellenwert eines Hausarztes in der Region sowie über die Ausbildung zum Mediziner. Färber zeigte sich beeindruckt: „Ich bin erstaunt über das tolle Engagement der Studentinnen und Studenten – da kann man nur hoffen, dass wir für unsere Region Ärzte wie sie gewinnen können!“


Bild:
Quelle: Lisa Ditz, Landarztmacher Projektteam
V.l.: Für den Landkreis Deggendorf u.a. Projektleiter Dr. Wolfgang Blank mit den Verantwortlichen aus dem Landkreis Deggendorf Rainer Unrecht (Geschäftsstellenleiter Gesundheitsregionplus), Stv. Landrat Josef Färber, Direktor der AOK-Direktion Bayerwald-Deggendorf Jürgen Beck und Sabine Steinlechner von der AOK Bayern


Die Veranstaltung fand unter 2G-Regeln statt, alle Teilnehmer wurden zuvor zusätzlich negativ getestet!

Kategorien: Gesundheitsregion plus, Medieninfo, Leben & Arbeiten, Landkreis

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