Himmelbergschlösschen (Metten/Neuhausen)
Landratsamt Deggendorf - Ansicht Süden
Isarmündung mit Blick nach Deggendorf
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Ausgehende Jungsteinzeit (letztes Drittel 4. Jahrtausend bis letztes Drittel 3. Jahrtausend)

Die ausgehende Jungsteinzeit wird im Zeitraum etwa vom letzten Drittel des 3. Jahrtausends bis zum Beginn der Bronzezeit um 2300 v. Chr. von den mit Cham, Schnurkeramik und Glockenbecher umschriebenen Kulturen eingenommen. Hinzu kommt noch die in geringerem Umfang vertretene Badener Kultur (nach Baden bei Wien benannt).

Die wichtigste Grabung im Gemeindegebiet von Stephansposching, die Siedlungsbefunde der Chamer Kultur ergab, fand 2002 im Ortsteil Wischlburg statt. Dort hatte Otto Braasch bereits 1984 in der Nordecke der mittelalterlichen Befestigung eine dreifache Grabenanlage entdeckt, deren Zeitstellung ungeklärt blieb. Zur großen Überraschung gelang im Zuge der Ausgrabung durch die Kreisarchäologie die Entdeckung einer Befestigung der Chamer Kultur, der einzigen bisher im Landkreis Deggendorf nachgewiesenen.
14C-Datierungen von Tierknochen beweisen die Existenz der kleinen (nur 800 m2 Innenfläche) aber massiv befestigten Siedlung für den Beginn des 3. Jahrtausends. Die Gräben sind weitgehend als Sohlgräben ausgebildet und weisen Dimensionen in der Breite zwischen 2,40 und 3,50 m, in der Tiefe von 1,10 bis 1,35 m auf. Neben einschlägiger Keramik kamen ca. 200 Tierknochen von Rindern, Pferden, Schweinen, Schafen, Ziegen und Hunden zutage, darunter befanden sich auch etliche menschliche Skelettreste von Männern, Frauen und Kindern.

Grabfunde der ausgehenden Jungsteinzeit sind aus dem Gemeindeteil Uttenhofen überliefert. Es handelt sich um wenige Bestattungen der Glockenbecherkultur, die bereits vor dem Zweiten Weltkrieg zutage kamen, und um eine Brandbestattung der Badener Kultur, die einzige bisher in Niederbayern nachgewiesene. Letztere wurde im Baugebiet „Wittenzellner Feld“ gefunden, und zwar 1988 innerhalb einer unregelmäßigen Grube von ca. 7 x 7 m Ausdehnung mit dem wesentlich älteren Münchshöfener Fundmaterial. Innerhalb dieser Grube befand sich eine Leichenbrandschüttung von ca. 80 x 80 cm Ausdehnung und einer Dicke von 8 cm. Die große Menge an Leichenbrand (1804 Gramm) spricht für mehr als einen Menschen. Sicher festgestellt wurden die Reste eines Kindes und einer erwachsenen Frau. Innerhalb und unter den verbrannten Knochenstücken befanden sich mehrere Gefäßreste der Münchshöfener Kultur. Auf dem Leichenbrand lag eine etwa zur Hälfte erhaltene Tasse mit über den Rand hochgezogenem Henkel, dabei eine Silexklinge.

Dieser Grabfund demonstriert die Problematik der kulturellen Zuweisung sehr eindrucksvoll, denn Leichenbrand und Keramik befanden sich eindeutig in einer etwa 1000 Jahre vorher ausgehobenen und wieder verfüllten Grube. Der Befund ließ geraume Zeit an eine Brandbestattung der späten Münchshöfener Kultur denken. Die rekonstruierbare Tasse aus dem Leichenbrand wurde zwar als „östlich“ erkannt, an eine Verbindung mit der hier kaum bekannten Badener Kultur war aber kaum zu denekn. Erst Jahre später und bedingt durch neue Forschungsergebnisse wurde es klar, dass sich im „Wittenzellner Feld“ eine kleine archäologische Sensation befand.

Literatur

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