Isarmündung mit Blick nach Deggendorf
Blick vom Stadtwald Geiersberg auf Deggendorf (Ortsteile Deggenau und Fischerdorf)
Isarwelle Plattling bei Sonnenuntergang
Aktiv im Landkreis Deggendorf - Grattersdorf
Landratsamt Deggendorf - Ansicht Süden
Schloss Egg

Zusammenarbeit über die Fachgrenzen hinaus – damit es den Kindern im Landkreis gut geht

Meldung vom 21.10.2015

Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist die Voraussetzung, dass Maßnahmen des Kinderschutzes umgesetzt und Eltern in schwierigen Lebenssituationen wirksam entlastet werden können. An die 100 Vertreter aller Einrichtungen und Dienste im Bereich der frühen Hilfen, die mit Kinder und Eltern in den ersten Lebensjahren zu tun haben tauschten sich bei einem Vernetzungstreffen in den Räumen der AOK Deggendorf über diese Fragen aus.

Vernetzungstreffen Oktober 2015 - Koki und Familienpaten

Begrüßt wurde die Gäste von den beiden Veranstalterinnen Anneliese Hellauer und Ellen Tsalos-Fürter, als Koordinatorinnen der Netzwerke koordinierende Kinderschutzstelle und dem Netzwerk Familienpaten-Bayern Grußworte sprachen stellvertretender Landrat Josef Färber und Jugendamtsleiter Horst Reckerziegel.

Dr. Michael Mandl, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin und des Perinatalzentrums am Donau-Isark-Kinikum referierte zum Thema der neurophysiologischen Störungen im Säuglings- und Kleinkindalter. Eine genaue Definition der weit verbreiteten Regulationsstörungen erhielten die Zuhörer allerdings nicht. Vielmehr handele es sich bei Regulationsstörungen um eine Vielzahl von Erscheinungsformen, wie z.B. Durchschlafstörungen, Essstörungen oder anhaltendes Schreien. Dr. Mandl betonte, dass es zur erfolgreichen Behandlung nötig sei, die Familien mit einzubeziehen. So könnten Essstörungen beispielsweise von der Mutter auf das Kleinkind übertragen werden.
Dasselbe betonte Dr. Herrmann Scheuerer-Englisch, Leiter der Erziehungsberatungsstelle in Regensburg, in seinem Vortrag. Er erläuterte wesentliche Erkenntnisse aus der Bindungs- und Resilienzforschung. Dabei ging er darauf ein, was Kinder brauchen um hemmenden Umständen in ihrer Lebenswelt widerstandfähig begegnen und sich gesund entwickeln zu können. Eine stabile und verlässliche Bezugsperson benötige dazu jedes Kind. In der Zusammenarbeit mit den Familien sei es ausschlaggebend, deren Vertrauen zu gewinnen um sie zur Mitarbeit zu motivieren.

Einig waren sich Referenten und Zuhörer in der anschließenden Diskussionsrunde darüber, dass eine interdisziplinäre Zusammenarbeit unbedingt nötig und gewinnbringend sei zum Wohle der Kinder und Familien.
Diese Kooperation zu stärken ist eine Aufgabe der veranstaltenden Netzwerke des Landratsamtes. Die andere besteht darin, Familien lebenspraktisch durch Beratung und entlastende Dienste, wie Familienkinderkrankenschwestern oder Familienpaten zu unterstützen.
Der Einladung zum anschließenden Netzwerken und sich Austauschens folgten noch viele Teilnehmer.

Infos zum Foto:
Die Teilnehmer mit den Referentinnen von links: Ellen Tsalos Fürter und Anneliese Hellauer.

Kategorien: Leben & Arbeiten

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